Geschichte

texelkaartDas Seumerhuussie und die anderen Gebäude liegen am westlichen Rand von Everstekoog, einem Polder aus dem Mittelalter, der teilweise durch Dünensand bedeckt ist. Auf diesem unfruchtbaren, hoch liegenden und trockenen Land, lebten die ärmsten Bauern von Texel. Mit einigen Schafen, einer Ziege, manchmal einer Kuh und dem Anbau von Roggen schafften sie es gerade zu überleben. Häuser und Schuppen wurden zum größten Teil aus Strandholz gebaut und somit war das Stranden eines Schiffes auch kein Unglück, sondern ein Grund zur Freude. Die Strandräuber waren dann auch trotz Sturm und Unwetter am Strand, enterten die gestrandeten Schiffe und nahmen die ergatterten Beutestücke mit, um diese zu Hause weiterzuverwenden. In sowohl unserem Bauernhof als auch im Schafstall sind die damals verwendeten Balken, Masten, Rahe, Bugsprieten, Bootshaken und Ruder bei der Restaurierung mit viel Respekt vor der Geschichte in Stand gehalten worden.

Da die Gebiete Everstekoog und das angrenzende Gerritsland gänzlich ungeeignet für die Landwirtschaft waren, kamen sie nach dem Zweiten Weltkrieg als eines der ersten Gebiete Texels in Betracht, um als Erholungsgebiet entwickelt zu werden. In den 50er-und 60er-Jahren entstanden dann auch am Gerritslanderdijkje und Californieweg einige Bungalowparks. Diverse Projektentwickler präsentierten Pläne für den Bau weiterer Ferienhäuser. Glücklicherweise stoppte die Gemeindeverwaltung diese Entwicklung in dem Bewusstsein, dass die Ruhe, die Freiheit und die unverbaute Landschaft auf Texel nicht angetastet werden dürfen. Verschiedene Untersuchungen ergaben, dass Texel seinen ursprünglichen Charakter nur erhalten kann, wenn zu gleicher Zeit nicht mehr als 45.000 Besucher auf der Insel verbleiben. Seither ist die Ausweitung des Tourismus sehr strengen Regeln unterworfen.

Der letzte Bauer, der auf "Het Gouden Dak" noch Schafe züchtete und Blumenzwiebeln anbaute, war Willem van der Werf. 1975 zog er mit seiner Frau Hendrikje Zwak nach Den Burg und verkaufte den Bauernhof an Harry und Maria de Graaf, die zehn Jahre später auch die Nebengebäude erwarben. 1977 baute Harry de Graaf eigenhändig das ursprüngliche Ferienhaus neben dem Bauernhof, welches bei einer gründlichen Renovierung 1999 sein heutiges Aussehen und seinen Komfort erhielt.